20. Vowi-Cuisine, 1. Trailer

In erster Linie sind wir zu viert bei der Vowi-Cuisine. Deshalb habe ich vier Trailer für jede Person erdacht. Wie so oft, war dies nicht geplant und auch die einzelnen Rollen sind eigentlich Zufall.
Aus dem was ich im Kühlschrank fand, bereite ich diese Vorspeisen zu.
Die Nummerierung der Trailer hat keine Bedeutung.

Der Vowi-Cuisine Film heißt:
„UN, DEUX, TROIS, QUATRE, CINQ, SIX, SEPT, HUIT – Fab kocht ein Menü“

Heute kommt der 1. Trailer, Maitre de Cuisine.
Die Musik ist von Cataract aus der Schweiz.

20. Vowi-Cuisine, 3. Trailer

Fabrice kann kochen. Bereits Zwanzig Mal hat er es bewiesen. Die 20. Vowi-Cuisine fand am 16.06.17 statt. Als Erinnerungsstück und als Würdigung gibt es einen Film
„UN, DEUX, TROIS, QUATRE, CINQ, SIX, SEPT, HUIT – Fab kocht ein Menü“
mit vier Trailern.
Hier ist der Trailer Nummer 3 „Die Königin“. Die Musik ist von „Ougenweide. Dazu morgen mehr:

20. Vowi-Cuisine, 2. Trailer

Am 16.06.17 bereiteten Joao und Fabrice das 20. Menü im Rahmen der Vowi-Cuisine zu. Aus diesem Anlass gibt es einen Film
„UN, DEUX, TROIS, QUATRE, CINQ, SIX, SEPT, HUIT – Fab kocht ein Menü“
mit vier Trailern über das Restaurant in der Vowi.
First Assistent Joao begleitet Fabrice seit der 2. Vowi-Cuisine und feiert heute Geburtstag. Deshalb soll der Trailer über ihn (Die Nummerierung spielt eigentlich keine Rolle.) mit Namen First Assistent als erstes das Licht der Welt erblicken.
Die weiteren Trailer und den Film verlinke ich nach und nach. Man kann sie aber auch schon bei YouTube finden.

 

Ensemble

20 Jahre voll mit Geschichten aus der Volkswirtschaft
Nr. 20: Vowis

„Schnaps für alle? Wann gibt es Freibier?“

Wir, die Kollegen, der Haufen, das Team, die Mannschaft, die Truppe, das Ensemble, die Brigade, das Personal, die Belegschaft, die Bande, die Gemeinschaft, die Meute, die Betriebsangehörigen
= die Vowis:
FBoy, Tina, Andrew, Fopper, Daisy, Armin, Pirkko, Karsten, Kerstin, Mike, Nina, Moni, Vera, Che, Sven Bil., Jadwiga und ihre Schwestern, Stephen, Sven Bra., Name vergessen, Silke oder Sylvia, Micha, Markus, Wiebke, Christian (groß), Christian (klein), Jürgen, Steffi, Helga, Helena, Daniel, Annabelle, Daniel Zipf, Leander, Aleks, Nadja, Kathi, Sabine, Beate, Esther, Joni, Name vergessen, Name vergessen

Bis auf einen, dem wir unterstellten, Geld aus der Kasse genommen zu haben, waren alle helfenden Hände Treibstoff der Kneipe. Zweimal hatte die innerbetriebliche Atmosphäre so viel indirekte Wirkung, dass kurz hintereinander zwei einzuarbeitende Belegschaftsmitglieder schwanger wurden. Niemand hatte die Absicht, eine Familie zu gründen. Ein paar Wochen später sah die Welt vollkommen anders aus.

Jeder half in der Kneipe auf seine Art. Der Arbeitsstill unterscheidet sich bis heute in die Fraktion der Hektiker und die der Phlegmatiker. Natürlich ist die Menge der Arbeit und deren Erfahrung ausschlaggebend. Ein Mittelmaß als phlegmatischer Hektiker erscheint mir am besten. Leider bin ich ganz und gar nicht mittelmäßig.

Das Verhältnis untereinander war gut, selten nur sachlich, meistens sehr gut. In bestimmten Situation gab es Spannungen. Ein Punkt ist Ordnung und Sauberkeit. Dazu kommt der Klassiker, ob einer denkt, mehr zu arbeiten als ein anderer. Diskussionen zwischen Chefs und Belegschaft gab es nur marginal. Mehr trugen zwischenmenschliche Konflikte, resultierend aus nicht geklärten Konflikten oder charakterlichen Schwächen einzelner zu Spannungen bei. Hilfreich ist es, eine Möglichkeit zu haben, darüber sachlich zu reden. Die Vorwürfe im Raum zu lassen oder sie sich abends im stillen Kämmerlein aufzusagen, erschwert alles. In den ersten Jahren wurde reichlichst gesprochen und weniger entschieden. Dies änderte sich, als wir merkten, dass die Entscheidungsfindung mehr Zeit brauchte als die Umsetzung. Anhand unserer Chefsitzungsprotokolle ist dies gut nachlesbar.

Viele der Brigade stehen treu zur „Volkswirtschaft“, heute mehr vor, als hinterm Tresen. Viele sind heute in ihren neuen Berufen für die Kneipe hilfreich, aber machen, wie man am 04.02.17 zur „20 Jahre voll“-Feier sieht, in der Kneipe Dienst.

Liebeleien untereinander und nicht dienstliche Verhältnisse zu Gästen gab es in den ersten zehn Jahren viel mehr als danach. Dies war innerbetrieblich selten anstrengend, aber immer großes Thema.

Der Umgang mit Alkohol war sehr individuell. Obwohl in den ersten Jahren die Bereitschaft zu trinken bei der Mehrzahl wesentlich ausgeprägter war. Dabei entwickelten sich eigenwillige Rituale und Leidenschaften für ganz bestimmte Schnäpse.

Zwei Geschichten möchte ich zum Abschluss erzählen. Sie zeigen an, warum man besser sein Telefon als Chef nie ausmacht, aber auch dass man sich darauf verlassen kann, dass in Abwesenheit das gerade arbeitende Team alle Aufgaben löst bzw. versucht zu lösen, aber nach seiner Art.

Wenigen Monate nach der Eröffnung kam ich am späten Vormittag auf Arbeit. Damals wurde noch viel früher als heute geöffnet. Pirkko, von der ich leider kein Foto habe, stand hinterm Tresen. Sie war klein, sanft, aber selbstbewusst, sehr freundlich und sehr fleißig. Stellt euch eine noch kleinere Björk vor. Der Ausdruck in ihrem Gesicht bei meinem Eintritt schwankte zwischen Hysterie und scheinbarer Souveränität. Die Kneipe war leer bis auf den Tresen. Dort saßen sechs Männer aus dem benachbarten Männerwohnheim für Obdachlose, was heute das Frauenwohnheim ist. Alle schlecht aussehend, alle nicht all zu gut riechend, alle stark angetrunken, alle laut, alle raumgreifend und sich dabei außerordentlich wohl fühlend. Keiner benahm sich direkt ungebührlich, aber der Begriff Spelunke oder Absteige passte hier aufs Wort. Pirkko hatte noch alles im Griff. Es bestand aber die immanente Gefahr, dass alles zur Gänze aus dem Ruder läuft aus irgendeinem nichtigen Anlass. Im Raum standen: aggressiv werden, Zeche prellen, neue Gäste abschrecken. Pirkko versuchte, ihre Arbeit unter diesen extremen Bedingungen sauber zu erledigen, ganz nach Maßgabe.
In der dritten Geschichte aus 20 Jahre voll hatte ich berichtet, wie uns die Deckelmacherei über den Kopf wuchs.
Wir alle mussten im Laufe der Zeit lernen, wie man mit bestimmten Gästen umgeht, und das dieser Umgang abhängig von unseren Ansagen war. Dies betraf die Deckel wie unsere Nachbarn aus dem damaligen Männerwohnheim.
Pirkko und ich lösten die Tresenrunde auf, indem wir kurzerhand „beschlossen“ zuzumachen oder eine Übergabe simulierten. Wir bereiteten eine ungemütliche Atmosphäre dazu (Musik von Zappa, Anfangen mit Saubermachen, Stühle hoch stellen, demonstrativ mit dem Portemonnaie hantieren, Rollläden runterkurbeln. Licht ausmachen bis auf eins), und recht schnell verließen die Männer unsere Kneipe. Problem gelöst, Umsatz gemacht und was dazu gelernt.

Die andere Geschichte fing mit einem Anruf so gegen 04.00 Uhr in der Frühe auf meinem Handy an. Ich wachte mit einem Schlag auf. Die Polizei bat mich, dafür zu sorgen, dass in meiner Kneipe die Musik leiser würde. Es gab Anwohnerbeschwerden über die Lautstärke. Zwar sei das Rollo unten, also der Laden wäre zu, aber es sei trotzdem zu laut. Ich rief in der Kneipe an. Niemand nahm ab. Vielleicht war alles nur ein Irrtum. Es half nichts. Ich musste nach Bockenheim, um nach dem Rechten zu sehen. Dort angekommen, fand ich alles friedlich. Armin machte die letzen Handgriffe. Die Musik lief leise im Hintergrund. Er war sich keiner zu lauten Musik bewusst. Zwar waren bis vorhin noch ein, zwei Gäste da gewesen. Man hätte nach Feierabend auf ein Bier zusammen gesessen und Musik gehört. Aber zu laut? Das Haustelefon habe er nicht klingeln gehört. Vielleicht hat es nicht richtig aufgelegen. Die Geschichte ist aus den Anfangsjahren der Kneipe. Da gab es noch andere Telefone als heute.
So lernten wir die Bedeutung des Telefons kennen, und wie Lautstärke unterschiedlich interpretiert werden kann.
Trotz dieser kleinen, aber in der Menge reichlichen Episoden lässt sich zusammenfassen, dass alle Arbeit erledigt wurde von uns, den Vowis, um die 20 Jahre der „Volkswirtschaft“ voll zu machen.

Ich hebe mein Glas, heute mit etwas anderem als Apfelsaftschorle, dem Getränk meiner Wahl der letzten beiden Jahrzehnte auf unser aller Wohl. Einer geht immer!
Sehen wir uns heute Abend?

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2017. Beate und Karsten: 100 Jahre eine Wirtschaft hier, zwei Dekaden wir, 20 Jahre voll, 20 Jahre Volkswirtschaft.

Fortsetzung folgt

Preis

20 Jahre voll mit Geschichten aus der Volkswirtschaft
Nr. 19: Bierpreis

„Karsten. Ich sage es schon seit Jahren. Ihr seid zu billig! Ich nehme einen Süßen.“

Version 3Die prozentuale Entwicklung des Einkaufs- und Verkaufspreises von Bier 1997-2017

Die „Volkswirtschaft“ ist eine Kneipe, die an eine Brauerei gebunden ist. Die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe ist unser Verpächter. Wir sind vertraglich verpflichtet, mehr oder weniger ausschließlich Produkte der Radeberger Gruppe zu verkaufen. Im Gegensatz zu brauereifreien Kneipen, wie dem „Tannenbaum“ müssen wir alle Getränke zu einem festen Preis abnehmen. Darüber kann man nicht verhandeln. Am Beispiel der prozentualen Entwicklung des Biereinkaufspreises (50-Liter-Fassbier Binding Römer Pils) und des Bierverkaufspreises (0,4-Liter-Glas Binding Römer Pils) der letzten zwanzig Jahre kann man betriebswirtschaftlich einiges ableiten.

Vom 01.02.1997 bis zum 31.01.2017 hat sich der Einkaufspreis für ein 50-Liter-Fass Pils um 45,7% erhöht.
Vom 01.02.1997 bis zum 31.01.2017 hat sich der Verkaufspreis für ein 0,4-Liter-Glas Pils um 26,08% erhöht.
Wir haben also noch Spiel nach oben für die nächste Preiserhöhung.

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Vergleich u. %-Steigerung des Bier-EK u. Bier-VK 1997-2017

„Nach den 20-Jahres-Feiern gibt es eine Erhöhung.“
„Versprochen?“
„Ja.“

Klassik

20 Jahre voll mit Geschichten aus der Volkswirtschaft
Nr. 18 Fragen und Spielchen

„Hat Joschka Fischer eigentlich die Volkswirtschaft gegründet? Ich würde ein Pils nehmen.“

Vor vierzehn Jahren ist mir bereits aufgefallen, dass viele Gäste klassische Verhaltensweisen an den Tag legen, immer wiederkehrende Fragen stellen und lustige Spielchen treiben. Nur wenige machen lustige Sachen mit dem nötigen Ernst.
Zum 10jährigen der Kneipe habe ich darüber einen Film gedreht:

Klassische Verhaltensweisen
> Viele Angetrunkene erzählen Geschichten doppelt und dreifach und fangen nach kürzester Zeit wieder an. Am nächsten Tag wissen sie es nicht mehr.
> Den meisten ist es peinlich, einen Deckel zu machen und daran erinnert zu werden. Höchststrafe ist es, durch die Kneipe zu brüllen, ob der Gast seinen Deckel bezahlt hat.
> Ein Gast erzählt etwas und nennt dabei einen Namen oder eine Person und kann es nicht fassen, dass der Wirt diesen oder ihn nicht kennt
> Ein am Tresen Sitzender erzählt ungefragt eine Geschichte mit epischem Ausmaß.
> Der Profitrinker, nach getaner Arbeit, fragt gerne mehrmals, ob er schon bezahlt hat, vergisst es aber nie.
> Der Profitrinker will nicht erinnert werden, dass er zu viel trinkt.
> In eine leere Kneipe geht man nicht gerne. Man denkt, dort sei nichts los ist, demzufolge ist es ein schlechter Laden.
> In eine volle Kneipe zwängt man sich gerne rein, weil es voll ist, muss es ein guter Laden sein.
> In die Kneipe zu kommen und so zu tun, als ob den Wirt bereits sein ganzes Leben kennt.

Immer wiederkehrende Fragen an mich
> Hast Du Kinder?
> Was studierst Du? (Seit vier, fünf Jahren nicht mehr.)
> Hält Du auch auf Dynamo Dresden? Du kommst doch aus der DDR? (Früher)
> Bist Du als Leipziger RB-Fan? (Heute)
> Kannst Du die Musik nicht lauter machen?
> Kannst Du – Du hast doch Internet- nicht was von Motörhead spielen?
> Trinkst Du keinen mit?
> Warum ist die Kneipe heute so leer?
> Bei euch ist es doch immer voll?

Lustige Spielchen
> Beim Bezahlen den Abkassierenden durch Aufsagen von Zahlen durcheinanderbringen.
> Nach dem Bestellen eines großen Bieres wieder ein großes bestellen, weil das erste ja ein vermeintlich kleines war.
> Immer die gleichen, oder noch schlimmer, den gleichen Witz(e) erzählen.

Ernst und lustig zugleich

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2014. Inga ohne Kopf machte einen Spagat auf dem Tresen als Abschiedsgeschenk an sich und uns, als sie nach Hamburg ging.

„Mike Josef ist der Obama Frankfurts! Einen Sauergespritzten darauf!“

Mechanik

20 Jahre voll mit Geschichten aus der Volkswirtschaft
Nr. 17: Wie funktioniert die Vowi?

„Gibt es Absinth, Armin?“

Die Schönheit der Kneipe liegt im Auge des Betrachters. Wenn ich manchen Gast tagsüber treffe, reibe ich mir innerlich verwundert die Augen. Dass dieser oder jener so alt aussieht, ist mir im Dämmerlicht der Kneipe nie aufgefallen. Umgedreht geht es den Gästen mit mir sicher ebenso.
Kleopatra, die letzte ägyptische Pharaonin vor knapp 2000 Jahren, galt weniger durch Schönheit, vielmehr durch die Art ihres Auftretens und wie sie sich in Szene setzte, gepaart mit höchst intelligenten Eigenschaften, als edelstes Beispiel größerer innerer statt äußerer Reize.

Man kann eine Kneipe wie Emile Zola in seinem vor etwa 150 Jahren erschienenen Roman „Der Totschläger“ beschreiben. Davon trifft vieles noch heute zu. Die Glückseligkeit, betrunken zu sein hat sich am wenigsten geändert. „Was ist der schönste Tod?“ Besser: „Wie stirbt man am Schönsten?“, fragt ein Witz. Die Antwortet lautet: „Besoffen vom Bierwagen überholt zu werden, sei am Schönsten.“
Und es wirkt nicht anachronistisch, wenn ich behaupte, dass man –sich- im Bockenheimer Bermuda-Dreieck bestehend aus „Dr. Flotte“, „Tannenbaum“ und „Volkswirtschaft“ ersaufen kann.

Die Stühle, viele Tische, manches jahrelanges Provisorium, die zu kleinen Sitzflächen der Bänke (meine Schuld), der leicht zu putzende, aber für die Akustik abträgliche Fliesenboden, das aus bisher unerklärlichen Gründen oft nicht gut riechende WC (wird gerade erforscht) ergeben ein Bild (harte Faktoren) der Kneipe.

Die Gäste, die Wirte, die Stimmung, die Bekanntschaften, die Diskussionen, das Essen und die alkoholhaltigen Getränke (kaum, welche Biermarke es ist) ergeben ein anderes Bild (weiche Faktoren) der Kneipe.

Für die meisten Gäste aber zählt das weiche Bild. Nichtsdestotrotz arbeiten wir an den harten Fakten.

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2016: Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert. Es kommt darauf zu zapfen.

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2016. War mechanisch schwierig, um spät, aber nicht zu spät in der Kneipe zu kommen..

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2003. Stabil.

Dann nehme ich einen Whiskey. Richtig torfig und phenolisch und einen Großen.“