Archiv der Kategorie: Bewegungen

sportive Sachen -eigentlich Fußball-

Geboren in der Vowi

Als der FSV noch in der 2. Liga gespielt hat, schreckte er nicht zurück unter dem Motto „Born In Bernem“ für die aktuellen Spiele zu werben. Ich blieb damals fasziniert vor den Plakaten stehen. Fremdschämen konnte ich mich nicht, denn ich bin nie ein Fan dieses Vereines gewesen. Fremdschämen könnte ich mich wiederum für ein Plakat der Eintracht von vor etwa 18 oder 19 Jahren mit Karel Rada als Radafalle. Der tschechische Nationalspieler spielte 38x für die Eintracht. Und all sein bewiesenes Können als Abwehrrecke ging beim Anziehen der Eintrachtfarben fast immer verloren. Die Radafalle war ständig kaputt. Ich habe das Radafallen-Plakat im Netz nicht gefunden. Vielleicht hat es jemand zu Hand, damit wir uns gemeinschaftlich schaudern voller Wonne erinnern.
Das Vowi-Tippsiel beginnt am 18.09.
Vergesst nicht die Fragen vorher zu beantworten und tippt dann fleißig.
Das Regelwerk müsst ihr selbstverständlich beachten.
Karsten von der Vowi
https://www.kicktipp.de/vowitippbundesliga/
Ihr könnt Euch mit Euren bisherigen Daten einloggen. Ihr könnt Euren Spielnamen auch ändern oder Euch neu anlegen.

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Tippspiel Saison 19/20

Liebe Tipperinnengemeinschaft der Vowi!
Es war komisch, unsere Helden nach der Unterbrechung wieder beim Fußballspielen zuzuschauen. Es wirkte stellenweise wie Trockenschwimmen. Es erinnerte mich an meinen Einsatz in einer Rudermaschine, damals an der Deutschen Schule für Körperkultur und Sport, gleich gegenüber dem Zentralstadion, wo heute RB spielt. In einer festgesetzten Rudereinheit in einem Schwimmbecken rudernd stillzustehen. Ich wurde in jungen Jahren – groß und dünn – von der Talentförderung des DDR-Sports, welche die Schulen durchforsteten, für den Rudersport aquiriert. Das Experiment scheiterte nach kurzer Zeit. Lieb, aber ohne Ehrgeiz, mehr Wasserträger, als vom Wasser getragen, ließ man mich auf dem Niveau des Schulsportes. Ein Leistungsträger des DDR-Sportes sollte aus mir nicht werden. Der Herrgott hatte etwas anderes im Sinn.

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Petite Cuisine, 02.07.20

Petite Cuisine, Donnerstag, 02.07.20

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Lauchquiche (veg.) € 5,50
Nudelsalat mit Gemüse-Frikadelle € 6,00
Quarkkeulchen mit Apfelmus € 5,00

Vorbestellung per Mail bis 14.00 Uhr: kmaass@mac.com
Bestellung per Telefon am 17.00 – 20.00 Uhr: 069776400

Mo – Sa:
17.00 – 23.00 (bedingt durch Auflagen amorph)
So geschlossen
Im Gastraum dürfen seit 11. Juni max. 10x Gäste an einem Tisch sitzen,
wobei alle Tische zueinander 1,5 m Abstand haben müssen.
Von jedem Gast müssen Name, Anschrift und Telefonnummer notiert werden.
Reservierungs-Anfragen sind möglich und seltener nötig.

Heute 20.30 Uhr Relegation Werder – FCH.
Sagt bitte Bescheid, ob Ihr kommen wollt bzw. Ihr solltet anfragen.

Heimspiel

Das Heimspiel vom Montag ist zu Ende.
Alles verlief zwischen HR und Vowi, wie es abgesprochen war.
Nicht abgesprochen war, dass die Eintracht gegen Union im Waldstadion verloren hat. Die technische Umsetzung vom Fernsehen verlief souverän. Die Kneipe war gut gefüllt, aber nicht alle waren gewillt, der Sendung wirklich zu folgen. Am besten gefielen mir die Gäste der Sendung. Ich stimmte nicht mit allen überein. Dennoch argumentierten die Gäste sachlich, kurzweilig und zeigten trotzdem Emotionen. Es gab viele Geschichtchen in der Geschichte, zum Schluss noch einige nette Unioner in der Kneipe und ein, zwei Zwischenfällchen.

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Beispielsweise drohte ein mir bekannter, eigentlich zutraulicher Marder dem HR, die Kabel zu durchbeißen, weil im das Stromaggregat zu laut sei und er nicht schlafen könne. War natürlich Quatsch, denn Marder sind nachtaktiv. Der HR alarmierte daraufhin einen Tierfänger, der den Marder mahnte, sich nicht an diesen Kabeln zu laben. Als ich das mitbekam, redete ich mit ihm, bemerkte dabei seinen stolzen Duft nach Elektrolyten. Sie bewirkten bei ihm ein verstärkt kindliches Verhalten, was nach Aufmerksamkeit und Zuwendung rief. Nach gegenseitigen Respekts-Bekundungen verabredeten wir ein baldiges Wiedersehen ohne Kabelsalat.
Beispielsweise, wie ihr sicher alle wisst, soll nach 22.00 Uhr beim Rauchen kein Glas vor die Kneipe genommen werden. Damit der Akt des Rauchens schneller, und damit leiser, erfolgt. Zu später Stunde standen also wieder einige draußen. Dabei fiel mir ein Gast hörbar auf. Seine Stimme war laut, kräftig und in der Frequenz penetrant. Ich mahnte ihn, leiser zu sein und er antworte mir lautstark freundlich, dass er dies nicht könne, weil er schwerhörig sei. Ich hörte so ein Argument zum ersten Mal und fand es nachvollziehbar.
Keine Zwischenfällchen waren die geäußerten Fantasien eines Gastes gegenüber Beate, die man am besten mit einer Gelben Karte und dem Zusatz, beim nächsten Mal gibt es sofort Rot, beantworten hätte sollen. Auch wenn Alkohol und Fußballemotionen vieles verstärken, was nach dem Rausch nicht mehr zählt, gibt es von weiblicher Seite in der Vowi keine verbalisierten oder gar physisch angewendeten – ich betitle es mal etwas schwammig – Machfantasien an Männer. Von Männerseite gibt es sie durchaus. Auch in der Vowi.
(Bitte beachtet! Das Foto steht symbolisch hier.)

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Die eigentliche Wirtin der Kneipe, in der normalerweise die HR-Sendung „Heimspiel“ aufgenommen wird, stand als eine Art Maskottchen hinter dem Vowi-Tresen. Dies war verabredet. Ihre Funktion, die Sendung mit kurzweiligen Einwänden im Frankfurter Dialekt zu erfrischen, scheint dem HR wichtig und sinnvoll zu sein. Mir nicht. Ich konnte mich bei unseren Vorgesprächen nicht durchsetzen. Vielmehr sah ich mich auf einmal in Dresden in der „Planwirtschaft“. Dort würde der MDR seine wöchentliche Fußballsendung aufnehmen und ich hinterm Tresen stehend, gäbe ich während der Sendung im tiefsten Sächsisch mehr oder weniger sinnfreie Einwände.
Mich erinnert dies an von mir im TV verfolgte Faschingsveranstaltungen, wo nach jeder Pointe eines Redners die Kapelle einen Tusch spielt. Und es lachen wirklich alle im Saal. Aber ich lache bestenfalls über sie.

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Ich stehe dazu, dass ich das Konzept und die Umsetzung der Sendung trotz der mit berichteten sehr guten Einschaltquoten und positiven Resonanz nicht überzeugend finde. Auch viele Gäste in der Vowi gestern verfolgten die Sendung nicht gerade mit Spannung, eher mit – meiner Meinung nach – nicht nötigen, wahrscheinlich als lustig empfunden Zwischenrufen. Aber das Publikum war erwünscht bzw. von mir eine Bedingung für das Geschäft mit dem HR gewesen. Die Vowi ist eine Kneipe und kein Konzertsaal, wo andächtig Beethoven vergeistigt wird.
Dennoch, ich fühlte mich zwischen den Bemerkungen der neben mir stehenden Maskottchen-Wirtin und den zwischenrufenden Vowi-Gästen eingezwängt. Dabei gingen in der Kneipe die Themen der Heimspiel-Gäste leider unter. Die Gründe des Boykottes der Stehplatz-Karteninhaber und den Umgang mit extremer Gesinnung bei der Eintracht wären es wert gewesen.
Einige langjährige Eintrachtler sind gestern direkt nach dem Spiel gegangen, weil sie die Sendung nicht interessiert hat. Ich hätte wohl ebenso vor der Sendung gehen sollen, aber meine Arbeit ist von Öffnungszeiten umrahmt, damit die Vowi ihren Zweck erfüllt. Brot und Spiele ist das Konzept.
Am Donnerstag spielt die Eintracht nicht gegen Casino Salzburg mit dem damaligen Torschützen Adi Hütter, sondern mit ihrem Trainer Adi Hütter gegen RB Salzburg auf Leinwand und im TV, aber ohne den HR.
Es ist dann, wie immer, in der Vowi.

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Mit der Eintracht durch alte Playlists flanierend oder Keine Ahnung!

Hallo,
ich heiße Jonas Schelleis.
Als Student im Master VWL und Ökologie, der bald seine Coins (Startup: Verteidigungsgsplattform -Defender Europe friendly- als Cloud für Materialeinkauf börsennotierter Unternehmen) verdienen wird, flaniere ich gerne durch mein Viertel. Eigentlich wollte ich in die „Volkswirtschaft“. Leider zu voll, wie die Nachbarkneipen. In der „Bounty“ wird halt geraucht. Dann riechen die Klamotten so und es gibt nichts Vegetarisches zu Essen. Im „Weihnachtsbäumchen“ vermisse ich die eine freundliche Bedienung mit den herrlichen langen Haaren, der jetzt bei Sotheby’s arbeitet. Die andere Bedienung ist ja auch weg und Fußball zeigen sie schon lange nicht mehr.
Früher fand ich Fußball nervig und das Gebrüll der Eintracht-Fans -keine Ahnung!- unerträglich. Mittlerweile schau ich mehr Fußball. Ich war auch schon in der Peter Fischer Arena im Spiel gegen die Hertha. Die Stimmung war Wahnsinn. Egal ob nach dem Spiel der Eintracht-Walzer geschunkelt oder vor dem Spiel das Lied vom Polizeichor gesungen wird. Es heimelt herrlich! Und wenn ich die Brezel ins Bier tunke, erinnere ich mich an unser Gärtchen vor unserer Stadt -Copwein- unweit des Tagebaus in Mitteldeutschland, wo ich herkomme. Ein Radieschen mit noch Erde dran, könnte nicht schöner sein. Der leicht beißende, fast schon scharfe Geschmack mit Steinchen zwischen den Zähnen ist für mich Heimat. So, wie jetzt die Eintracht.

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Eigentlich wollte ich ja in die „Volkswirtschaft“, um mit dem Wirt über seinen verquasten Musikgeschmack zu reden. Er könnte mein Vater sein. Keine Ahnung! Ist aber ganz nett. Seine Kollegin sieht natürlich besser aus und spielt einigermaßen Aktuelles. Die ist nur immer so streng, wenn ich das Bier nach 22.00 immer mit zum Rauchen nehme. Das dürfe man jetzt nicht mehr. Wegen der Nachbarn. Zu laut! Einmal habe ich sie nach einem Espresso gefragt. Mache ich nie wieder! Irgendwie mag die mich nicht. Nichts Geschlechtsspezifisches, aber ich weiß nicht warum. Egal!
Auf den Musikgeschmack des Wirtes kamen wir, als er in der Kneipe das Lied „Frau mit Hut aus Anger-Crottendorf“ von der Band „Reines Purpur“ spielte. Mein Vater ist Pfarrer und Organist in Copwein in Mitteldeutschland. Deshalb kenne ich so ein paar Orgel-Hits, wie die Toccata und Fuge in V-Moll von Sebbel Fluß. Genauso klingt in diesem Lied die Orgel. Dazu gibt es einen Dixieland-Shuffel und eine Schrubb-Gitarre. Der Wirt also lässt das Lied laufen und tut dann so, als ob die Zapfanlage die Orgel sei und immitiert angeblich den Organisten, der ernsthaft Jesus Christus heißt, welcher seine Orgel beim Spielen hin und her schwenkte, auf dass sie beinah umgefallen wäre. Hat wohl auf gefährlich gemacht! Peinlich!

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Auf jeden Fall finde ich, das der Volkswirtschaft-Wirt eigentlich von Musik keine Ahnung hat, aber in Wirklichkeit viel zu alt für gute Musik ist. Er und sein Kollegah vom „Weihnachtsbäumchen“ sind zusammen weit über Hundert Jahre. Ich meine, was hat der für Playlists und kennt der überhaupt Aktuelles, wie Billie Eilish, 070 Shake, Stormzy oder wenigstens Deichkind. Der schreibt sicher noch Mails, hört CDs und dreht ohne Filter. Ich habe auf sein Anraten hin gegoogelt, wer Jim Morrison, Janis Joplin und Jimi Hendrix gewesen sind und was sie alle drei gemeinsam haben. Könnten Tonio und Markus auch mal im Quiz fragen.

(Leider gibt es keinen aktuellen Termin. Sehr bald soll einer feststehen, meint Tonio.)

Aber wer hört das noch außer ihm und ein paar Althippies.
Ich muss zugeben, dass der Wirt und ich, als wir über „Public Enemy“ redeten, beide Unterschiedliches meinten. Ich redete vom neuen Farid Bang feat. Kollegah & Fler-Video „Public Enemies“. Er meinte eine HipHop-Band aus New York von vor über 40 Jahren. Was haben die für eine Bedeutung heute im Gegensatz zu Farid, Kollegah und Fler. Aber das versteht er nicht. Wie auch. Er ist einfach zu alt, auch wenn er jünger aussieht.

Wie immer redeten wir zum Schluss – er wollte zumachen – über Fußball. Wobei, keine Ahnung!, wir redeten darüber, was wir nicht in eine Fußball-Sendung, egal was für eine Art, bringen würden:

> Lokalkolorit nicht orten, sondern quer bürsten! Sonst wirkt es wie vor 100 Jahren!
> Dem Zeitgeist nicht hinterher hecheln, dafür ist er zu schnell!
> Wenn man auf cool macht, muss man auch cool sein oder man lässt es!
> Bembel & Bügelmikro schließen sich aus!
> Lustig sein darf nicht mit Plattheit verwechselt werden!
> Fußball ist eine ernste Sache. Blöde Witze haben damit nichts zu tun!
> Überleg dir vorher, ob du über Fußball, Gefühle oder Allgemeinplätze reden willst!
> Klatschen aus dem Off ist wie Filmmusik. Sie kann helfen. Darf aber nicht entblöden.
> Lieber am Tresen Dünnschiss labern als journalistisch! Oder man dreht es um!
Und überhaupt, wo erfahre ich denn die Quoten einer Sendung?

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Wir sehen uns später im Heimspiel!

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Es geht weiter

Liebe Freunde des theoretischen Fußballes,
es geht weiter. Unser Bundesliagatippspiel der Saison 2019/20 ist eröffnet. Es hat sich nichts geändert.

Ich war ja zwischendurch bei Stade Rennes und bei Stade Brest. Wisst Ihr vielleicht. Spielerbeobachtung. Hatte da einen Supertipp von Lars Windhorst, der -wisst ihr sicher auch- bei der Hertha eingestiegen ist. Lars hat gleich nach unserer Beobachtung die neue Kollektion seiner Dessous-Firma La Perla vorführen lassen. Als ich nach etlichen Gläsern Champagner nur in meiner kanarienvogelgelben Christiano Ronaldo-Unterhose mit „Salut! Ca va! Die Frankfurter sind da!“ auch auf den Laufsteg wollte, bremste mich Lars mit den Worten „Eine Unterhose allein macht noch keinen Sommer mit Pokal!“ Reflexartig wollte ich ihm „Aller guten Dinge sind drei!“ zurufen. Aber ich verkniff mir diese recht unsachliche Anspielung auf seine, wenn sie mal eintreten sollte, dann dritte Pleite oder Insolvenz.

Es gab also Crevetten und Schampus bis zum Abwinken. Nur keinen Hummer. Da flippen die Gelbwesten in Frankreich total aus, weil doch der französische Ex-Umweltminister den Hals nicht voll kriegen konnte auf Staatskosten.
Mit einem nicht unattraktiven 15000,- Eurodrahtesel habe ich später – in Brexit-Zeiten müssen wir zusammen stehen – eine Inspektion von vier französischen Atom-U-Boote durchgeführt. Die liegen unterhalb von Brest auf der Halbinsel Crozon, wiederum auf einer Halbinsel mit Namen Ile de Longue. Natürlich streng geheim. Deshalb konnte ich nur dieses unauffällige Foto von mir, den Atom-U-Booten (die man logischerweise nicht sehen kann) und der besagten Halbinsel machen.
Karsten von der Vowi
PS:
Grüße auch von Lars

Der Außenbordmotor läuft

Die Tour de France läuft. Das Team Flamme Rouge powered by Volkswirtschaft und Vowi United ist gut in Brüssel gestartet. Der Eigner hat sich nicht lumpen lassen und von der Firma Look hergestellte Räder angeschleppt. Manche sagen sogar, dass er sie einfach ausgeliehen hätte. Nur die grün baumelnde Handgelenktasche unterm Sattel und der blaue Helm sollten noch ein Mal zumindest in der Farbgebung überdacht werden. 

Umgedeutet nach einem Satz der britischen Autorin Hillary Mantel im Spiegel von 2014, baumelt der hier männliche Radler seine Gucci-Handgelenktasche wie seinen Penis hin und her. Nicht umsonst hießen diese Taschen über Umwegen vor zwei-, dreihundert Jahren Ridicules (Lächerlichkeiten).

SPIEGEL: Ihre (ehemalige Britische Premierministerin Maggie Thatcher) berühmte Handtasche war ein sehr feminines Accessoire.
Mantel: Thatcher schleuderte ihre Handtasche herum wie einen Außenbordmotor ihrer Vagina.https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-130223400.html

In einer Sonderwertung wollte das Team demokratische Fußballwerte in Eintracht nach Baku bringen. Leider gab es zwei Pannen auf dem Weg. Deshalb habe ich nur den Stichwortzettel, den ich hier wiedergebe und den transformierten Pokal, der in der Vowi aufbewahrt wird:

Styropor
Match weich wie Pfannkuchenteig:
Wasser seit Jahrtausenden setzt Lehm und Torf ab

Menschen:
Hier wohne ich
Eine Brücke muß her

Styropor
Folie
Erde
Straßenbelag

Um die WCs sauber zu halten und wegen der Tour de France-Teilnahme macht die Vowi in den nächsten Wochen manchmal etwas eher Schluss. Laßt Euch überraschen, wann!
Kommt früher!
Trinkt schneller!
Und reitet dann wortlos auf Eurem Radler nach Hause!

Emotionale Abhängigkeit

Wenn man emotional abhängig von einer Person ist, meinte meine Frau letztens, dann könne man ebenso von Verliebtheit sprechen.

Mir ging es eher um meine emotionale Achterbahnfahrt mit der Eintracht. 

Ich klammerte mich immer mehr an sie. Mein Selbst verschwand. Ich wurde zur Eintracht. (Foto) Wie sollte ich ohne die Euro-League, schließlich ohne den Gewinn der Euro-League und nächste Saison ohne die Teilnahme mindestens an der Euro-League weiterleben können? (Foto)

Sollte ich nicht mehr montags und donnerstags als erstes den Kicker früh lesen, bei Auswärtsspielen in die Vowi gehen, bei Heimspielen die Jungs und Mädels beim Wurscht-Walter vor dem Waldstadion  treffen.

Kalt-Schweiß-Attacken -ich habe zu niedrigen Blutdruck-, Angst ohnmächtig zu werden und eine schreckliche Hilflosigkeit ergriffen mich.

So konnte es nicht weitergehen. Es fehlte nicht mehr viel, um mir die letzte Messe in der Waldstadion-Kapelle zu lesen und mich unter dem Rollrasen zu begraben.

Ich beschloß deshalb, weit weg vom Waldstadion nach Fechenheim (Foto) zu ziehen. Hier bin ich nah genug an den kleinen Eintrachten im Sportleistungszentrum Riederwald. Das sind ja für mich noch Kinder, über die ich mich freue oder auf die ich sauer bin. Entscheidend aber ist, ich sehe auf sie mit der Gelassenheit des Alters, wie vielleicht Gandalf auf Frodo in „Die Ringe des Herren“ und schreite ein in Not.

Dann habe ich nebenan den FSV. Da ist alles, wie früher, wie ganz früher, als es noch keine Elektroautos gab.

Von meiner Wohnung in Fechenheim kann ich übrigens auf den Sportplatz der Spvgg Fechenheim 03 schauen (Foto). Die Jungs, sie heißen Fabio, Luca oder Hassan, haben alle gepflegte Undercuts und ihre Hosen sind hochgekrempelt. Der Hausmeister steht auf seinen kurzen Beinen breitbeinig da, was ihn noch kleiner macht und hat anstatt einer Zigarette sein Handy am Wickel. Ein wenig riecht es nach Import/Export, wenn es riechen würde.

Wenn nun zwei emotional abhängig voneinander sind, dann kann man, laut meiner Frau von Verliebtheit sprechen.

Ein solches „Beispiel“ hat heute (Mittwoch, 15. Mai 2019) die Vowi für sich gebucht, nach ihrer Heirat (Foto). Deshalb ist die Kneipe heute geschlossen. Die Liebe hat heute reserviert. Nur wer liebt und geliebt wird, darf heute durch unsere Tür.

Spätestens am Samstag sehen wir uns alle um 15.30 Uhr zur Eintracht in emotionalster Verbundenheit wieder. Aber dann muß ich Emotionen…

Übrigens auf einem Foto ist ein perspektivischer Fehler jetzt in der Spargelzeit. Auf welchen?

 

 

Immer grüßt das Murmeltier

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Mail an das Bundeskartellamt vom 24.09.2018:

Sehr geehrte Mitarbeiter des Bundeskartellamtes!

Mein Name ist… . Ich maile Ihnen aus 60… Frankfurt. Hier bin ich Pächter einer Eckkneipe. Seit vielen Jahren besitze ich ein Abo von Sky, um Fußballspiele im Bezahl-TV öffentlich auszustrahlen.

Zum wiederholten Male (17.02.14, 20.02.14, 27.07.14) wende ich mich an Sie, um auf das Verhalten der Gastronomieabteilung von Sky hinzuweisen.

Ganz ohne Demut nennt die Firma selbst ihre Abteilung Sky Business. Möglicherweise ist dies ein Hinweis auf die Wertigkeit innerhalb des Sky-Konzerns. Möglicherweise ist dies die einzige Abteilung, welche schwarze Zahlen schreibt. Leider veröffentlicht Sky nicht alle Zahlen ihres wirtschaftlichen Erfolges oder Misserfolges. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Nach meiner Ansicht nutzt Sky Business sein Monopol der diversen Fußball-Übertragungsrechte (Bundesliga, Champions- und Euro-League) gegenüber den Verbrauchern in der Gastronomie aus.
Sky Business diktiert die Preise und darüberhinaus möglicherweise aus rein wirtschaftlichen Gründen die Art und Weise des Empfanges (Kabel oder Satellit).

Nachdem die aktuellen Fußball-Übertragungsrechte der Bundesliga, Champions- und Euro-League 2017 an verschiedene Käufer (Sky, Dazn, Eurosport, RTL, Öffentlich Rechtliche) veräußert wurden, hat sich Sky nach einigem Durcheinander diese Fußball-Übertragungsrechte als Monopol für den Gastro-Bereich ab der Hinrunde 2018 wieder gesichert. Die ursprünglich gewollte Aufsplitterung des Marktes ist zumindest im Gastro-Bereich der Fußball-Übertragungsrechte (Bundesliga, Champions- und Euro League) dahin. Sky kann schalten und walten. Die Gründe könnten sein, dass die „Braut hübsch gemacht werden sollte“. Denn die Medien-Konzern Comcast und 21st Century Fox führten einen Bieter-Wettstreit um 60,9% der Sky-Anteile durch, den ganz aktuell Comcast für sich entschieden hat. Die restlichen 39,1% gehör(t)en Robert Murdochs Medienimperium 21st Century Fox. Dieser Konzern wiederum, ursprünglich geplant mit Sky, wurde vom Disney-Konzern aufgekauft.

Sky dokumentiert uns als Verbrauchern ihr Produkt in bunten Hochglanz-Bildern auf ihrer Webseite.
Männer im besten Alter mit gepflegten Bärten und und ewig junge, sehr schlanke Frauen schauen gut gepflegt und glücklich auf große Bildschirme. Hinweise, dass ein Gastro-Abo in Neustrelitz günstiger als in Wuppertal oder gar in München ist, runden das Bild ab. Sky begründet die Preisstaffelung mit der Größe und dem Standort des Lokals. In strukturschwachen Regionen ist der Preis beispielsweise geringer. An der unterschiedlichen Arbeitslosenquote in Neustrelitz, Wuppertal und München kann sich Sky nur bedingt orientiert haben. Sie liegt aktuell bei 8,9% , 8,5% und 3,6%.

Als jahrzehntelanger Nutzer des Sky-Fußball-Programmes darf ich mich noch ganz am Rande im Wissen, dass es auf Ihre Behörde keinen Eindruck macht, über die journalistische Präsentation von Sky beschweren. Junge bzw. scheinbar junggebliebene Frauen oder schneidige Männer erklären mit altgedienten, leicht abgehalfterten Spielern oder Managern die Sky-Fußballwelt. Dabei wird darauf geachtet, dass alle Stadien und Spiele mit ihren auf Zeit gekauften Werbenamen genannt werden. Neben den allgegenwärtigen Überlegungen, ob 3er oder 4er-Kette und ewigen Diskussionen um Schiedsrichter-Entscheidungen kommen Sportpolitik, Doping, Wirtschaftsgebahren der Vereine oder gar Rassismus im Stadion faktisch nicht vor. Ein schöne neue Welt voller wöchentlicher „Events“ wird dargestellt. Diese sind so sauber und gepflegt wie der Hautton der Moderatoren, den wir in HD sehr genau sehen können.

Des weiteren bitte ich Sie, wenigstens ein wenig die Besitzverhältnisse der handelnden Medienkonzerne (Sky, Dazn, Eurosport) zu berücksichtigen. Auch wenn mir natürlich klar ist, dass Ihre Behörde im 200. Geburtsjahr von Karl Marx keine Analyse des Kapitalismus vollziehen kann, sondern nach Ihrem Dafürhalten prüft und im Zweifel einschreitet.
Sky gehört(e) zu über einem Drittel einem australischen Medienmogul (Robert Murdoch), der sich ein Zeitungs- und TV-Imperium aufgebaut hat. Leider schrecken seine Medien nicht davor zurück, mit ungesetzlichen Mitteln an Nachrichten mit zweifelhaften Inhalten zu kommen.
Ganz aktuell hat es wohl der größte Kabelnetzbetreiber der Welt (Comcast) gekauft. Die Verschmelzung von Netz und Inhalt geht immer weiter.
Dazn gehört letztendlich einem Geschäftsmann (Perform Group als Teil der Access Industries), der in den 90er Jahren durch dem Kauf von staatlichen Betrieben (Ölförderung und Verarbeitung) in der GUS ein Vermögen verdiente.
Eurosport, wie auch mein hessischer Kabelnetzbetreiber Unity Media, gehören zum Discovery Konzern. Sie, sehr geehrtes Bundeskartelamt, prüfen ja gerade, ob die Vodafone Group Unity Media übernehmen darf. Es besteht die Gefahr der Monopolisierung. Wenige Konzerne bestimmen Inhalte der medialen Übertragung und ihnen gehören auch noch die Übertragungswege. Ein Alptraum aller Datenschützer.

Zusammengefasst lautet meine Bitte, dass Sie Folgendes prüfen:
Nutzt Sky Business sein Monopol von Inhalten und (hier in Absprache mit anderen Unternehmen) in der technischen Übertragung von Inhalten aus?
Gibt es indirekte Preisabsprachen von Sky, Dazn, und Eurosport, wie sie es beispielsweise in Deutschland bei den Endverbraucherpreisen bei Flaschenbieren gegeben hat?
Muss Sky Business seine Preispolitik transparenter gestalten?
Darf Sky Business dem Verbraucher vorschreiben, wie die Art und Weise des Empfanges ihrer Inhalte ist und unter Androhung von Rechtsmitteln andere Empfangsmöglichkeiten verbieten?

Mit freundlichen Grüßen…

Schnee von gestern“ oder „Wie geil kann ein Eintracht Sieg sein“

In der Bahn zum Waldstadion wird vor dem Heimsieg gefachsimpelt.
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Haller, unser Stürmer, könnte von Real Madrid gekauft werden, aber wir kaufen ihn zurück. Meinen Einwand, dass es um einen anderen Spieler geht, für den Real Madrid ein Vorverkaufsrecht hat, wird nicht verstanden. Ist schon in Ordnung, denke ich, nicht jeder liest den Kicker. Hauptsache, das Bier schmeckt meinem Gegenüber und seinem wohl kaum 16jährigen Sohn.

Zur Einstimmung auf das Spiel wird „Sieg!“, „Sieg!“ geschmettert. Da höre ich gleich neben mir die Ergänzung „Heil!“. Und gleich noch einmal, weil es wohl so schön ist. Ich drehe mich um und sage, dass ich dies nicht gut finde, weil das ein Nazispruch ist. Ich argumentiere in aller Schnelle, wie unser Eintracht-Präsident, dass, wer Eintracht-Fan sein will, solche Sprüche nicht ernsthaft sagen kann. Denn die Eintracht hat eine jüdische Geschichte, die während der Nazizeit abrupt unterbrochen bzw. abgebrochen wurde. Viele Spieler waren in den 30er Jahren Angestellte eines jüdischen Schuh-Fabrikanten. Dadurch hatten sie ein regelmäßiges Einkommen und konnten bei Eintracht Frankfurt auf hohem Niveau als Amateure Fußball spielen. Nach 1933 wurden die deutschen Juden drangsaliert, in die Immigration getrieben, enteignet und später in KZ ermordet. Auch besagter Fabrikant erlitt dieses Schicksal. Mein Gegenüber bejaht und meint, die Eintracht war der „Juden-Verein“ in dieser Zeit.

Ich bin etwas verdutzt. Und frage, wieso er dann „Sieg Heil!“ ruft, wenn er dies alles weiß. Wir sind mittlerweile am Ziel, steigen aus. Ein vierter Mann aus der „Sieg!“-Gruppe hält mich auf. Es war ein Witz, und es wurde nicht „Heil!“, sondern „Geil!“ gerufen. Ach so, meine ich, dann habe ich mich verhört. Ich muss kurz an das Die Partei-Plakat zur Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt denken, worauf steht „Hier könnte ein Nazi hängen!“.
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Schwärzester Humor, der weit unter die Gürtellinie geht. Ich kann aber meine Gedanken kaum weiter spinnen, denn mein Gegenüber variiert seine Ansage. Er sei kein Grüner, sondern: „Einiges, was der Adolf gemacht hat, finde ich nicht schlecht.“ Der kaum Sechzehnjährige vom ersten Gespräch sekundiert mit Akzent, schließlich seien wir alle Deutsche. Ich meine darauf, dass man ihm das nicht sofort ansehe. Mein neuer Diskutant schaut mich etwas zackiger an. Ich erwidere, dass wir nun wüssten, woran wir sein. Ich akzeptiere so manches, aber nicht alles, bin aber bereit, darüber zu reden.

Mehr konnte ich alleine gegen 5 Eintrachtler mit höchst unterschiedlichem Geschichtsbewusstsein im Schnee von gestern nicht rausholen. Wir rauchen eine Friedenspfeife. Man weist mich auf meine runtergefallene Mütze hin, und wir laufen in verschiedenen Richtungen auseinander.

In der vollen Bahn übrigens gab es zur oben berichteten Diskussion eine Stimme, die meinte, dass es jetzt hier keinen Stress geben müsse. Wir sollten doch alle locker bleiben. Der Rest von 30-40 Leuten schwieg.

Es gibt eine neue wissenschaftliche Untersuchung, warum Fake News/Unsinn/Falschmeldungen/Lügen wider besseren Wissens so eine breite Zustimmung in Gruppen von Menschen findet. Die soziale Gruppe ist vielen wichtiger als der Wahrheitsgehalt der Fake News. Wenn also die Gruppenmehrheit oder deren Leithammel eine Fake News für richtig befinden, dann urteilen einzelne oder unsichere Gruppenmitglieder genau so. Damit stärken sie die Gruppe und damit sich. Schweigen würde ich als Zustimmung beurteilen.

Die Eintracht hat das Spiel gewonnen. Torschütze war der in Neuss geborene Deutsche Danny da Costa. Er wurde vor ein paar Jahren in einem Spiel gegen 1860 München rassistisch beschimpft.

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