Archiv der Kategorie: Vowi

Alles, was mit der Vowi zu tun hat und manchmal gibt es auch keinen Zusammenhang

Gibt’s kein Pommes-Gewürz?

Am 08.07.2020 gibt es keine Vowi-Cuisine. Die Sommerferien fangen an. Wir verbessern dann in der Festhalle unser Englisch und lauschen Muttersprachlern. Wir verbessern weiterhin unsere Halswirbel-Muskulatur und treiben rhythmische Sportgymnastik. Vorher und hinterher nerven wir die Tresenkräfte der Vowi, singen eine Oktave höher als Rob Halford „Painkiller“ und klopfen dazu auf den Tischen.
Heute findet die 31. Vowi-Cuisine statt. Deshalb gibt es am Tresen erst gegen 23.00 Uhr Getränke. Ale Tische sind bis dahin belegt. Vorher wird gespeist: unter anderen Lamm, Rind, Maronen und Ziegenkäse. Dazu passt ein frischer und mineralischer Chardonnay (links auf dem Foto) aus dem Languedoc, der eigentlich der viel bessere und günstigere Chablis ist.
Am Sonntag (17.11.) ist geschlossen. Kein Fußball. Nur schmutzige Teller.
Breaking den Geschmacksverstärker!

Kontrafaktischer Unsinn, warum am Sonntag (03.11.) die Vowi zu hat

Hätte ich damals als Ruderer, nachdem ich wegen meiner Größe in der Schule irgendwelchen Talentsuchern der DHFK (Deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport) Leipzig aufgefallen war, ein wenig mehr Ehrgeiz an den Tag gelegt, wäre ich vielleicht ein großer Sportler geworden. Hätte manche bunte Pille während des Trainings bekommen und wäre dann bei Olympia 1988 in Seoul aus dem Mannschaftshotel verschwunden, um nach einer missglückten Geschlechtsumwandlung in der BRD mich bei den Grünen für das 3. Geschlecht zu engagieren. Heute würde ich als verdienter Grüner in irgendeiner kommunalen Aufsichtsbehörde sitzen, um mir Gedanken zu machen, wie hoch beispielsweise die Ordnungsstrafe bei Ruhestörungen nach 22.00 Uhr bei Kneipen in Bockenheim wäre.

Stimmt das alles? Naja. Vieles. Eines stimmt nicht, gebe ich zu. Damals fehlte mir in der Schule der Ehrgeiz zum großen Sportler. Deshalb war ich nur Trockenruderer, einer, der nur im Becken in einem festgebauten Boot ruderte- und dies nur wenige Wochen. Groß genug war ich. Zu wenig Kraft, zu wenig Siegeswille hatte ich. Zu lieb war ich auch noch. Matthias Sammer in Dresden dagegen funktionierte ganz anders.

Jahrzehnte später, letzte Woche, wollte ich mir die Schuhe binden, um Handkäse für die Vowi einzukaufen. Am nächsten Tag stand der alljährliche Marathon an. Der Ehrgeiz ließ mich nicht in die Hocke gehen, sondern mich bücken. Beim zweiten Versuch verschob sich möglicherweise etwas im 2. oder 3. Lendenwirbel oder im Iliosakralgelenk oder ein Muskel verhärtete sich. Seitdem drückt etwas auf einen Nerv. Das verursacht Schmerzen, hinterlässt Taubheits-Gefühle und verhindert meinen aufrechten Gang.

Der Versuch, sinnbildlich gesprochen, aufrecht zu gehen, ließ mich am 04.11.1989 die DDR verlassen. Mich „kotzte“ dieser Staat an, und ich weine ihm bis heute keine Träne nach. Für mich war und bleibt er ein Unrechtsstaat, und wer dazu eine andere Meinung hat, ist nicht mein Freund, zumindest im Politischen.

30 Jahre Frankfurt kann ich leider – momentan – nicht im aufrechten Gang begehen, Beate braucht auch etwas Ruhe nach den fünf Toren der Eintracht am Samstag. Deshalb ist ausnahmsweise am Sonntag (03.11.19) zu

60 Einreisebestätigung 1989

Wie es im Osten in Leipzig vor 1989 so war, und warum zum Beispiel ich kein Ruderer geworden bin, wird sehr bald näher erläutert an den Wänden der Vowi zu sehen sein, kuriert von einer namhaften Kennerin Bockenheims.

Ich hatte einen Scheiß-Traum

Heute, knapp 30 Jahre nach dem Ende der DDR, träumte ich, dass es Zeit ist, meine eigene Lebensleistung zu würdigen. Ich imaginierte, ich sei – hier – geblieben und aus den 23 seien 53 Jahre geworden. Ich fühlte mich sicher, umsorgt und geführt, denn die DDR war ja weder ein Unrechtsstaat noch eine Diktatur (der Arbeiterklasse) – vielmehr meine Heimat.

Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese,
das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft
und die Tiere der Erde
und die Fische im Fluß sind die Heimat.
Und wir lieben die Heimat, die schöne
und wir schützen sie,
weil sie dem Volke gehört,
weil sie unserem Volke gehört.

aus: „Unsre Heimat“Text: Herbert Keller

Ich bildete mir ein, der Wirt vom Auerbachskeller zu sein. Das ist eine gutgehende Studentenkneipe, in der Goethe im Faust I die Studenten mit Mephisto und Faust zechen lässt. In meinem Traum bereiten zwei mir seltsam bekannt vorkommende Köche mit Namen Joachim und Fabian das Leipziger Allerlei zu. Margarethe (oder war’s Janette) und ich teilen uns den Rest.
Ein Gast kommt und quasselt drauflos. Natürlich auf sächsisch. Denn alle sprechen hier sächsisch und wenn nicht, sind es Fischköppe aus Rostock oder Berliner.
Er wäre gerade drüben in Frankfurt, nicht an der Oder, am Main gewesen.
Guten Fußball spielen die mittlerweile schon. Aber dann verdrehte er so einiges und mich noch dazu.
Ich fand mich plötzlich in meinem Traum als Jugendlicher mit langen Haaren und Lederjacke wieder. Unweit meine Wohnung wollte ich Strammen Max in einer Kneipe essen und wurde dort folgendermaßen begrüßt:
„Wie siehst du denn aus? Geh erst mal zum Friseur, du Assi!“
Und später fand ich mich als ergrauter Süssi oder Nossi vor, der einem blondgelockten Fridayforfuture-Jugendlichen beleierte:
„Deine Merkel kann dir jetzt och nicht helfen und Polizisten gibt’s eh viel zu wenig, damit hier mal Ordnung wird, weil die, die Steuern für die ganzen anderen ausgeben. Und bei uns schaut die Abteilung Finanzen beim Rat des Kreises noch so genau hin. Bei den anderen, die von drüben, die können machen, was sie wollen. Das weiß doch jeder und das kannste och im Internet sehen. Und wenn dann was passiert, weil so ein Irrer Scheiße macht, heißt’s gleich, die…“
Ich konnte mir selbst nicht mehr zuhören. Das war so ein Kauderwelsch.
Ich drehte ab, denn die allgemeinen Wahrheiten des Historischen Materialismus sind Gesetzmäßigkeiten. Punkt. Ich wollte einfach die DDR-Fußballnationalmannschaft mit Serge Gnabry und Emre Can sehen. Alles Sachsen! Keine Rostocker und Berliner!

Ich erwachte aus meinem Alptraum. In mir schwirrten die Sprechchöre der Leipziger Demonstranten vor 30 Jahren „Wir bleiben hier!“ Und dabei meinten sie sicher nicht ein Verweilen in einem Unrechtsstaat:

Bring‘ den Vorschlaghammer mit,
wenn du heute Abend kommst,
dann hauen wir alles kurz und klein
Der ganze alte Schrott muss ‚raus
und neuer Schrott muss ‚rein
bis Morgen muss der ganze Rotz verschwunden sein

aus: „Bring den Vorschlaghammer“, Element of Crime 

PS:
Und das, was bleibt, begrabe ich noch lange nicht.
Bald in der Vowi

Große Mist

Der quantenphysikalische Traumzerteiler: aus einem kleinem Traum-Muff wird ein richtig großer Traum-Stuss. Gab es bei eBay-Kleinanzeigen.

Über die Natur des Maulwurfes und andere Geschichten

Gestern musste ich zur Maulwurf-Obrigkeit.

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Die Obrigkeit sitzt gerne hoch.

Ein Maulwurf nicht weit von meinem Bau bedroht immer wieder wahllos nachts grabende Kollegen. Sie wären zu laut und würden ihn damit nerven. Dass Maulwürfe nachts graben ist doch normal. Es ist unsere Natur.
Auf jeden Fall sollte ich der Obrigkeit meine Sicht der Dinge schildern. So berichtete ich meine Erlebnisse. Auch mich persönlich wollte er „züchtigen“. Er hatte sogar einen schweren Erdklumpen in der Tatze. Er würde allen Maulwürfen zeigen, wer der Maulwurf-König sei und wenn sie nicht in den nächsten Park umziehen würden, dann sollte bald etwas passieren.
Ich gab der Obrigkeit eine Auflistung aller Attacken, benannte andere Maulwürfe als Zeugen und zählte auf, wie ich durch Klopfzeichen die Obrigkeit jeweils benachrichtigt hatte.
Man nickte meinen Angaben zu. Wir Maulwürfe sehen ja nicht besonders gut. Ich spürte aber Übereinstimmung. Ich spürte eine Art Empathie. Wir hatten dies den Menschen über uns abgeschaut. Unsere Ältesten sagten, dass dies der Unterschied sei zwischen denen da oben und uns. Und wenn wir die permanente Evolution überleben wollten, müssten wir diese Eigenschaft adaptieren.
Ich sinnierte also gerade über die Menschen, als mich die Obrigkeit entließ und mich durch einen Untermaulwurf zum Ausgang krabbeln ließ. Ich frage, wie es weitergeht mit meinem gewalttätigen Nachbar-Maulwurf. Die Obrigkeit wirkte ein wenig ratlos. Noch ist ja nicht so viel passiert. Erst, wenn etwas passiert, dann kann die Obrigkeit eingreifen. Bis dahin sollte man hoffen, dass er zur Vernunft käme oder Hilfe bei einem Maulwurfdoktor erhielte. Denn er benötigt Zuspruch, weil er innere Stimmen hören würde, die ihm eingeben, sich zu wehren gegen einfach alle. Sprich gegen alle anderen Maulwürfe in seiner näheren Umgebung.
Ratlos wie die Obrigkeit hielt ich inne und wuschelte in den Fahrstuhl. Bei der Obrigkeit wird nicht so viel gekrabbelt, sondern man fährt nach oben. Dort hörte ich andere Obrigkeiten frank und frei in meiner Anwesenheit über die gerade stattfindende Ereignisse sprechen. Die Obrigkeit war genervt. Das Maulwurfshügel for Future-Gedöns würde alle vorhandenen Kräfte benötigen. Man hätte keine anderen Maulwürfe mehr zur Verfügung. Ach diese verworrene Welt macht auch vor uns unter Tage nicht halt.

Zu Hause im Bau angekommen, fand ich einen Brief einer Unterabteilung der Obrigkeit. Ihr müsst Euch vorstellen, dass wir Maulwürfe so eine Art Brief erhalten, den wir riechen und nur sehr grob lesen. Riechen klappt bei uns ja wesentlich besser als sehen. Ich roch mich „lesend“ durch den Brief.

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Der Brief

Man drohte mir mit einer Strafe, weil ein anderer Maulwurf sich tagsüber, wenn es bei uns leise zu sein hat, beschwert hatte, ich sei zu laut und würde meinen Bau, wenn mich andere Maulwurfkumpels besuchen, nicht ordentlich verschließen.
Entweder ich akzeptiere, dann müsste ich vielleicht 200-400 kg Kartoffeln zahlen oder ich lege Widerspruch ein uns müsste begründen, warum es tagsüber, was bei euch Menschen die Nacht ist, doch nicht so laut war. Natürlich habe ich was geschrieben. Ihr wisst schon, einen Riechbrief zusammengestellt. Mal sehen, was passiert. Leider habe ich so viel Freunde und dazu noch herrlichen Kartoffelschnaps. Vielleicht mache ich da mal ein Geschäft draus. Könnte ich Glühlampe oder Glühlampenwirtschaft oder Blindflug nennen.

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Meine Zukunft?

Ich blieb enttäuscht vom Tag zurück. Der eine Maulwurf kann über Monate hin anderen Maulwürfe bedrohen, sie mit seiner Tatze schlagen und mir Maulwurfsdresche anbieten, wenn ich weiter in seiner Nachbarschaft buddle. Ein anderer Maulwurf wiederum geht zu einer Unterabteilung der Obrigkeit. Sagt, dass ich auch tagsüber zu laut grabe und vielleicht mit viel Glück muss ich keine 400 kg Kartoffeln zahlen und komme mit einer Verwarnung, was bei uns Maulwürfen ein paar Rettiche sind – mögen wir gar nicht – davon.

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Ein Rettich. Schmeckt uns nicht.

Ich fühle mich ungerecht behandelt und konnte meine Verwandtschaft östlich des Huthparkes ein wenig besser verstehen.

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Die Region östlich des Huthparkes

Sie regen sich pausenlos auf, dass ihre früher mit schweren Fundamenten eingekesselten Wiesen jetzt offen sind für alle. Und alle wollen sie nicht. Aber alle wollen dort auch nicht hin.

Montag Schontag

Wolfgang Hilbig

leipzig

wieder das kreuz im aufgang … im vorübergehen –
wofür sein finsteres feuer im traum –
verschattet drei pappeln die immer noch stehen
drei südlichen zypressen gleich im fensterraum
den brennend ich passiere
doch augenblicks verliere
wenn nacht mir in der stirne gärt
und trauer wüst und schrill das hirn zerfährt.
regenschauer schwarzer fledermäuse
im rauch aus ruß vor meines wahns asyl
flieht mir der genius aus dem schmerzgehäuse
hin an das kreuz das sich mir vor die pappeln schlägt:
das dieses fenster nur … sagt mir noch feingefühl –
bis mich sein waagerechter balken zitternd trägt.

aus Wolfgang Hilbig, Gedichte, Frankfurt am Main 2008, S.224

Gestern vor dreißig Jahren bin ich meiner Erinnerung nach nicht auf der Hermann-Liebman-Straße im Leipziger Osten gegangen. Manchmal kauften wird dort in der Schlange stehend sonntags Eis und heiße Kräppel. Leider konnten sie, wenn man zu spät kam, alle sein. „Sind aus!“, gab es schroff als Antwort, die schmerzte, wie Kartendresche in der Schule. Dann blieb nur das Wassereis. Ein kleiner, aber kein richtiger Trost.

1988, Leipziger Osten, Hermann-Liebmann-Straße., Foto V. Müller

Hermann-Liebmann-Straße im Leipziger Osten 1988

Trostlosigkeit, Verfall und die quietschende, um die Ecke biegende Straßenbahn. Damit verbinde ich die Hermann-Liebmann-Straße, große Teile von Leipzig und eigentlich die ganze DDR. Das zufällig im Netz gefundene Foto von 1988 gibt dies wieder. Die Kinderbibliothek war dort. Mein Zahnarzt gleich nebenan. Ein ungleiches Paar, was in meinen Träumen noch existiert. Entweder suche ich in endlosen Regalen nach Büchern, die ich unbedingt finden muss, oder man malträtiert meine noch kindlichen, aber schon durch Wassereis und Kreppel brüchig gewordene Zähne mit dem schlimmen großen Bohrer. Natürlich ohne Betäubung.

Ich weiß nicht mal mehr, ob ich bei der ersten Montagsdemo gestern vor dreißig Jahren dabei war. In der Innenstadt befand ich mich auf jeden Fall. Wir verkauften damals von vietnamesischen Vertragsarbeitern genähte Hemden (umgangssprachlich Fidschi-Hemden genannt), Alfkissen (wegen der populären Serie im Westfernsehen) sowie Gorbatschow- und Samantha Fox-Sticker (beide waren aus unterschiedlichen Gründen beliebt). Wir hatten einen genehmigten Stand, platziert auf zwei Tapeziertischen. Wir handelten im Auftrag von Jungs, die mit großen Geldbündeln in den Taschen Nischen gefunden hatten, selbständig zu wirtschaften. Gab es eine Nachfrage im Markt, konnte sie viel schneller als im staatlichen Rahmen befriedigt werden. Wieso der Staat dies duldete, weiß ich nicht. Vielleicht war es insgesamt zu unwichtig, vielleicht hatte einer gute Kontakte, vielleicht hatten wir einfach Glück, vielleicht wurde das staatliche System brüchiger und poröser und gab immer mehr Nischen frei.

Für Anfang November sollen die Wände der Vowi anlässlich des 30. Jahrestages der Montagsdemos, meines Ganges von hüben nach drüben und des Mauerfalls geschmückt werden. Dafür gibt es Altbekanntes „vom Gespenst aus der Mitropa“ und vielleicht bald Ergänzendes.

Es geht ein Gespenst in der Mitropa
1. und 2. Wandzeitung
3. Wandzeitung
4. Wandzeitung
5. Wandzeitung
6. Wandzeitung

Es geht weiter

Liebe Freunde des theoretischen Fußballes,
es geht weiter. Unser Bundesliagatippspiel der Saison 2019/20 ist eröffnet. Es hat sich nichts geändert.

Ich war ja zwischendurch bei Stade Rennes und bei Stade Brest. Wisst Ihr vielleicht. Spielerbeobachtung. Hatte da einen Supertipp von Lars Windhorst, der -wisst ihr sicher auch- bei der Hertha eingestiegen ist. Lars hat gleich nach unserer Beobachtung die neue Kollektion seiner Dessous-Firma La Perla vorführen lassen. Als ich nach etlichen Gläsern Champagner nur in meiner kanarienvogelgelben Christiano Ronaldo-Unterhose mit „Salut! Ca va! Die Frankfurter sind da!“ auch auf den Laufsteg wollte, bremste mich Lars mit den Worten „Eine Unterhose allein macht noch keinen Sommer mit Pokal!“ Reflexartig wollte ich ihm „Aller guten Dinge sind drei!“ zurufen. Aber ich verkniff mir diese recht unsachliche Anspielung auf seine, wenn sie mal eintreten sollte, dann dritte Pleite oder Insolvenz.

Es gab also Crevetten und Schampus bis zum Abwinken. Nur keinen Hummer. Da flippen die Gelbwesten in Frankreich total aus, weil doch der französische Ex-Umweltminister den Hals nicht voll kriegen konnte auf Staatskosten.
Mit einem nicht unattraktiven 15000,- Eurodrahtesel habe ich später – in Brexit-Zeiten müssen wir zusammen stehen – eine Inspektion von vier französischen Atom-U-Boote durchgeführt. Die liegen unterhalb von Brest auf der Halbinsel Crozon, wiederum auf einer Halbinsel mit Namen Ile de Longue. Natürlich streng geheim. Deshalb konnte ich nur dieses unauffällige Foto von mir, den Atom-U-Booten (die man logischerweise nicht sehen kann) und der besagten Halbinsel machen.
Karsten von der Vowi
PS:
Grüße auch von Lars

Respekt

Als ich „Respekt vor Deiner Arbeit!“ zum bestellten Notdienst der Rohrreinigungsfirma sagte, müffelte kurz die Erinnerung an meine Versuche, die Verstopfung auf den Kneipen-Klos der letzten Nacht Herr zu werden. Das Weiß der Vowi-WCs war einem modischen Camouflage gewichen. Mit der hingeworfenen Antwort, dass es es ihm nichts ausmache, Hauptsache, er wühle nicht in seiner eigenen Scheiße, machte er sich an die Arbeit. Andere längst in Vergessenheit geratene Bilder von Gästen auf den Vowi-Klos, die immer mit Befriedigung oder wenigstens mit Erleichterung von Zuständen, auch in glückseliger Entspannung endeten, leuchteten wie der in Dartmoor streifende Hund von Baskerville, einem Irrlicht gleich, umher.
Es blubberte stark, und all das Schlechte verlor sich nach unten. Es versickerte, und nach wenigen Sekunden war alles wie früher in Weiß.
Das alles in einer Zeitspanne von Anruf, Anfahrt, eigentlicher Arbeit und Unterschrift des Protokolls dauerte 45 Minuten.
Was bin ich Ihnen schuldig?
Etwa 50-60x 0,4 Pils in der Vowi.

Um die WCs sauber zu halten und wegen der Tour de France-Teilnahme macht die Vowi in den nächsten Wochen manchmal etwas eher Schluss. Laßt Euch überraschen, wann!
Kommt früher!
Trinkt schneller!
Und reitet dann wortlos auf Eurem Radler nach Hause!

Vowimoor

Gottes Thron und der Gestank des Teufels.