Archiv der Kategorie: Vowi

Alles, was mit der Vowi zu tun hat und manchmal gibt es auch keinen Zusammenhang

Qualen

Die Partei Kauderwelsch

Am 23.02.18 zeigt Die Partei in der Kneipe ab 18.00 Uhr einen Film. Ein Beitrag zur Frankfurter OB-Wahl zwei Tage später.

Dazu gibt es einen kleinen Wahl-Kauderwelsch-Film.

 

Gerippte Kuschligkeit oder Saufen für Europa

Immer wieder bestellen zumeist junge Gäste, die zum ersten mal in der Vowi sind, einen Bembel. Sie setzten voraus, dass wir Apfelwein im Bembel ausschenken. Wenn wir ihren Wunsch verneinen und auf den Gläserausschank verweisen, kommt es vor, dass sie aufs höchste verwundert sind und es ihnen nicht in den Sinn kommt, wie die Kneipe bisher ohne Bembel ausgekommen sei.

Anstatt nach allem möglichen zu fragen, und ganz besonders in diesem Frankfurter Stadtteil nach der linken politischen Tradition, die sich 2018 zum 50en mal jährt,  geht es ihnen um gerippte Kuschligkeit einer kleinen heilen Welt?

Für euch, ihr jungen Gäste, sind die nächsten Zeilen!

Wir haben in der Volkswirtschaft vier einzelne Bembel.
Der erste Bembel heißt Besserwisser. Er ist ein Wanderpokal. Ihn bekommt der Sieger im monatlichen Quiz der Vowi. Er steht hinter dem Tresen.
Den zweiten Bembel haben wir von ehemaligen Stammgästen zum 10. Jahrestag der Kneipe  (2007) geschenkt bekommen. Er hat einen würdigen Platz im Archiv der Kneipe.
Den dritten Bembel nutzt ein Fanklub der Eintracht, der bei uns regelmäßig zu den Spielen anwesend ist. Zu diesem Bembel gibt es eine gußeiserne Ausschank-Halterung, die Faulenzer genannt wird. Denn je größer der Bembel ist, desto schwerer ist es, aus ihm auszuschenken.
Der vierte, und mit 15 Liter der größte Bembel, steht das ganze Jahr – bis auf den 23.12. – im Keller.  Dann wird er befüllt und von einer Gruppe von Gästen an diesem Tag gestemmt. Sein Name lautet Bembel des Todes.

Die eigene Gestaltung, Beschriftung und Verwendung der vier Bembel zeigen witzig und ein wenig ironisierend auf, wie man heute mit Tradition umgehen kann ohne ins Schunkeln zu verfallen und Heinz Schenk nachzutrauern.

Begriffe wie Hessen, Apfelwein, Gelsenkirchener Barock oder, um es aktuell politisch zu umschreiben (wie letztens unser Außenminister im Spiegel den Begriff Heimat), werden von unseren Gästen höchst eigensinnig interpretiert.

Letztens veränderte man den Anfeuerungsruf bei Eintrachtspielen „Wir fahren nach Europa“ in „Wir saufen für Europa“. Diese Umwandlung erfolgte so lautstark, dass sich weit jüngere Gäste darüber beschwerten. Nach einigen Dezibel-Kostproben und einer Schnapsrunde der jungen Leute ergab sich eine lebhafte Diskussion u.a. um Feminismus und Fußball.

Das ist die Volkswirtschaft.

Sie hat am 31.12.17 und am 01.01.18 geschlossen.

Teilen und Herrschen

Unser Kollege Uwe vom der Nachbarkneipe „Tannenbaum“, wurde literarisch gewürdigt. Johanna und Felix gaben mir den Hinweis. Höchste Zeit, dass wir alle uns intensiver mit Bildender Kunst befassen. Deshalb gibt es in den nächsten Zeilen zum Thema drei Geschenk-Ideen für die Festtage oder danach.
Die Beschreibung von Uwe hat Charme. Dieser erinnert allerdings mehr an die Metal-Band „Slayer“, als an die biedere Empfindsamkeit eines Spitzweg-Gemäldes aus dem 19. Jahrhundert.
Die Leidenschaft für den Flipper-Automaten, der als klassisches Kneipeninventar -symbolisch als Nukleus- des Tannenbaums gedeutet wird, ist eine obskure Begierde. Seine Entschlüsselung gibt Rätsel auf. Der Ich-Erzähler liefert sich dieser Begierde mit allen Konsequenzen aus. Er will sie beherrschen. Und wenn er vermeintlich am Ziel ist, steht der Zeremonienmeister- Uwe – bereits hinter ihm und schreit ihm in der vollen Kneipe etwas ins Ohr, was niemand hört. Unserem Ich-Erzähler bleibt nichts anderes übrig, als…(Hört selbst!)

Slayer, Repentless (CD, 2015)
(moralisierende Gewalt in Kunst geschlagen; zur CD gibt es drei Videos in neuster Serien-Ästhetik, die verstören und gleichzeitig abstumpfen)
Luis Bunuel, Das obskure Objekt der Begierde, (letzter Film des Regisseurs, 1977, DVD)
(Liebe, Begehren, Macht aus der Ich-Erzähler-Perspektive, verwoben mit anderem; neben Pedros Almodovar „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ mein Film über Beziehungen)
Philipp Winkler, Hool (Roman, 2016)
(Fußball! Eines der zentralen Themen auch in der Vowi ist fast immer eine ernste Sache und oft nur Träger für ganz andere Dinge. Auf die Fresse?)

PS: Fußball, Feminismus, Unterbau und Ideologie u.a. waren nach dem glücklichen Sieg der Eintracht im DFB-Pokal gegen Heidenheim kurz vor Weihnachten ein großes Thema. Darüberhinaus konnte ich einen Stuhl, der nur mit einem Messer hergestellt und mehrere Jahrzehnte alt war, die Vorzüge einer Gläserspülmaschine und einen Geschenkwunsch zu Weihnachten kennenlernen.

Am 24., 25. und 26.12.17 hat die Kneipe zu!
Auf dem Feldberg im Taunus

3. Wahlhelferchen

Heute findet in der Vowi ab 20.00 Uhr der Wahl-Kauderwelsch statt. Vier Gäste erklären sich zur Wahl. Moderiert übrigens von Maybrit Vollbier.
Dazu hatte ich bisher drei Filmchen gebastelt, die alle auf der Vowi-Seite bzw. bei youtube zu finden sind.
Der vierte Film ist nicht fertig geworden, aber das Fundament besteht aus dem kleinen Text, den man von weiten so schlecht lesen kann, der wiederum auf den großen FDP-Wahl-Plakaten steht:

FDP-Originalton:
Warte nicht, bis du gefragt wirst.
Warte nicht auf die Kanzlerin.
Warte nicht auf Erlaubnis.
Warte nicht auf das Arbeitsamt.
Warte nicht, bis du angerufen wirst.
Warte nicht auf den Tod.
Warte nicht, bis du dein Studium abgeschlossen hast.
Warte nicht auf deine Inklusion.
Warte nicht auf Brexit oder Nicht-Brexit.
Warte nicht auf den neuen SPD-Kandidaten.
Warte nicht auf die gute alte Zeit.
Warte nicht auf den Messias.
Warte nicht, bis du aufgerufen wirst.
Warte nicht, bis du dran bist.
Denken wir neu.

Maybrit Vollbier-Interpretation:
Warte nicht auf den Mietspiegel:
Der Markt regelt Angebot und Nachfrage.
Warte nicht auf den eSmart,
ein Tesla ist teurer und lässiger.
Warte nicht, was aus der Krim wird,
mach einfach dort Urlaub.
Warte nicht auf die Digitalisierung,
Google hilft beinah umsonst.
Warte nicht, bis du angerufen wirst,
verkauf‘ was nebenbei per Telefon.
Warte nicht auf Deinen Bafög-Antrag,
du brauchst ihn ja nicht.
Warte nicht auf Inklusion,
sie könnte deiner Karierre schaden.
Warte nicht auf Europa,
du kommst natürlich zuerst.
Warte nicht auf den neuen SPD-Kandidaten oder die Kanzlerin,
sie sind nicht smart genug.
Warte nicht auf die gute alte Zeit,
sie könnte dich an frühere FDP-Grundsätze erinnern.
Warte nicht auf den Messias,
du bist viel cooler.
Warte nicht, bis du aufgerufen wirst.
drängle dich einfach vor.
Warte nicht auf die FDP.
Sie ist leider immer noch da.

Denken wir in alten Strukturen,
denken wir wie eh und je.
FDP

2. Wahlhelferchen

2. Wahlhelferchen zum Kauderwelsch
FRAGE NICHT, WAS DEIN STADTTEIL FÜR DICH MACHT – FRAGE, WAS DU FÜR DEINEN STADTTEIL TUST!
Die Vowi wählt. Diskussion zur Bundestagswahl, 21.09.2017, 20.00 Uhr.
Vier Gaste erklären sich!

1. Wahlhelferchen


1. Wahlhelferchen zum Kauderwelsch
FRAGE NICHT, WAS DEIN STADTTEIL FÜR DICH MACHT – FRAGE, WAS DU FÜR DEINEN STADTTEIL TUST!
Die Vowi wählt. Diskussion zur Bundestagswahl, 21.09.2017, 20.00 Uhr
Vier Gaste erklären sich!

Wir heute. Manche auch morgen

Genauso, wie das selbstverwaltete IvI im Kettenhofweg Ecke Senckenberganlage, hat die Vowi heute am Sonntag, den 03.09. zu. Die Vowi ist nur heute zu.
Das IvI wurde 2013 geräumt. Seitdem wechselt es regelmäßig den Eigentümer (u.a. Uni Ffm., Immobiliengesellschaft, Zahnarzt). Allen gemeinsam ist die Nichtnutzung des Objektes. Ein Paradebeispiel, wie scheinbar nervige Nischen zugekittet werden. Die zumeist jungen, zugegebener Maßen oft anstrengenden, Leute wurden verdrängt. Das Haus sieht nach vier Jahren Leerstand nicht besser aus. Und bald, das Interesse an teuren Wohnraum in Ffm. ist groß, kommt ein neuer Investor. Er kauft und saniert. Natürlich nicht für die ehemaligen IvI-Besetzer, sondern für Menschen, die sich entsprechendes Eigentum leisten können. Dann wird das Westend, der Stadtteil in dem sich das ehemalige IvI befindet, noch gediegener, ansehnlicher und teurer.

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