Archiv der Kategorie: Vowi

Alles, was mit der Vowi zu tun hat und manchmal gibt es auch keinen Zusammenhang

Es geht weiter

Liebe Freunde des theoretischen Fußballes,
es geht weiter. Unser Bundesliagatippspiel der Saison 2019/20 ist eröffnet. Es hat sich nichts geändert.

Ich war ja zwischendurch bei Stade Rennes und bei Stade Brest. Wisst Ihr vielleicht. Spielerbeobachtung. Hatte da einen Supertipp von Lars Windhorst, der -wisst ihr sicher auch- bei der Hertha eingestiegen ist. Lars hat gleich nach unserer Beobachtung die neue Kollektion seiner Dessous-Firma La Perla vorführen lassen. Als ich nach etlichen Gläsern Champagner nur in meiner kanarienvogelgelben Christiano Ronaldo-Unterhose mit „Salut! Ca va! Die Frankfurter sind da!“ auch auf den Laufsteg wollte, bremste mich Lars mit den Worten „Eine Unterhose allein macht noch keinen Sommer mit Pokal!“ Reflexartig wollte ich ihm „Aller guten Dinge sind drei!“ zurufen. Aber ich verkniff mir diese recht unsachliche Anspielung auf seine, wenn sie mal eintreten sollte, dann dritte Pleite oder Insolvenz.

Es gab also Crevetten und Schampus bis zum Abwinken. Nur keinen Hummer. Da flippen die Gelbwesten in Frankreich total aus, weil doch der französische Ex-Umweltminister den Hals nicht voll kriegen konnte auf Staatskosten.
Mit einem nicht unattraktiven 15000,- Eurodrahtesel habe ich später – in Brexit-Zeiten müssen wir zusammen stehen – eine Inspektion von vier französischen Atom-U-Boote durchgeführt. Die liegen unterhalb von Brest auf der Halbinsel Crozon, wiederum auf einer Halbinsel mit Namen Ile de Longue. Natürlich streng geheim. Deshalb konnte ich nur dieses unauffällige Foto von mir, den Atom-U-Booten (die man logischerweise nicht sehen kann) und der besagten Halbinsel machen.
Karsten von der Vowi
PS:
Grüße auch von Lars

Respekt

Als ich „Respekt vor Deiner Arbeit!“ zum bestellten Notdienst der Rohrreinigungsfirma sagte, müffelte kurz die Erinnerung an meine Versuche, die Verstopfung auf den Kneipen-Klos der letzten Nacht Herr zu werden. Das Weiß der Vowi-WCs war einem modischen Camouflage gewichen. Mit der hingeworfenen Antwort, dass es es ihm nichts ausmache, Hauptsache, er wühle nicht in seiner eigenen Scheiße, machte er sich an die Arbeit. Andere längst in Vergessenheit geratene Bilder von Gästen auf den Vowi-Klos, die immer mit Befriedigung oder wenigstens mit Erleichterung von Zuständen, auch in glückseliger Entspannung endeten, leuchteten wie der in Dartmoor streifende Hund von Baskerville, einem Irrlicht gleich, umher.
Es blubberte stark, und all das Schlechte verlor sich nach unten. Es versickerte, und nach wenigen Sekunden war alles wie früher in Weiß.
Das alles in einer Zeitspanne von Anruf, Anfahrt, eigentlicher Arbeit und Unterschrift des Protokolls dauerte 45 Minuten.
Was bin ich Ihnen schuldig?
Etwa 50-60x 0,4 Pils in der Vowi.

Um die WCs sauber zu halten und wegen der Tour de France-Teilnahme macht die Vowi in den nächsten Wochen manchmal etwas eher Schluss. Laßt Euch überraschen, wann!
Kommt früher!
Trinkt schneller!
Und reitet dann wortlos auf Eurem Radler nach Hause!

Vowimoor

Gottes Thron und der Gestank des Teufels.

Der Außenbordmotor läuft

Die Tour de France läuft. Das Team Flamme Rouge powered by Volkswirtschaft und Vowi United ist gut in Brüssel gestartet. Der Eigner hat sich nicht lumpen lassen und von der Firma Look hergestellte Räder angeschleppt. Manche sagen sogar, dass er sie einfach ausgeliehen hätte. Nur die grün baumelnde Handgelenktasche unterm Sattel und der blaue Helm sollten noch ein Mal zumindest in der Farbgebung überdacht werden. 

Umgedeutet nach einem Satz der britischen Autorin Hillary Mantel im Spiegel von 2014, baumelt der hier männliche Radler seine Gucci-Handgelenktasche wie seinen Penis hin und her. Nicht umsonst hießen diese Taschen über Umwegen vor zwei-, dreihundert Jahren Ridicules (Lächerlichkeiten).

SPIEGEL: Ihre (ehemalige Britische Premierministerin Maggie Thatcher) berühmte Handtasche war ein sehr feminines Accessoire.
Mantel: Thatcher schleuderte ihre Handtasche herum wie einen Außenbordmotor ihrer Vagina.https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-130223400.html

In einer Sonderwertung wollte das Team demokratische Fußballwerte in Eintracht nach Baku bringen. Leider gab es zwei Pannen auf dem Weg. Deshalb habe ich nur den Stichwortzettel, den ich hier wiedergebe und den transformierten Pokal, der in der Vowi aufbewahrt wird:

Styropor
Match weich wie Pfannkuchenteig:
Wasser seit Jahrtausenden setzt Lehm und Torf ab

Menschen:
Hier wohne ich
Eine Brücke muß her

Styropor
Folie
Erde
Straßenbelag

Um die WCs sauber zu halten und wegen der Tour de France-Teilnahme macht die Vowi in den nächsten Wochen manchmal etwas eher Schluss. Laßt Euch überraschen, wann!
Kommt früher!
Trinkt schneller!
Und reitet dann wortlos auf Eurem Radler nach Hause!

Hippe News

Eigentlich hatte ich etwas anderes geplant. Das kommt später.
Am Samstag machen wir erst gegen 23.00 Uhr auf. Bis dahin ist Vowi-Cuisine.
Das nächste Quiz in der Kneipe soll im Juli stattfinden.

Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen!

Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen!
oder
Einmal ist keinmal!

Es gibt diese schwer in Worte zu fassenden unterschiedlichen Befindlichkeiten von Menschen. Man könnte sie ebenso Gruppenidentitäten nennen. Beispielsweise Befindlichkeiten von Leipzigern oder von Ostdeutschen oder von Protestanten oder von Gästen der Vowi oder von Fußballfans. Die unterschiedlichen Befindlichkeiten sind nicht leicht zu erkennen. Wie zwei völlig getrennte Systeme verlaufen sie nebeneinander. Und doch gibt es ganz unten in den Tiefen der menschlichen Befindlichkeiten seltsame Kanäle.
Sie schaffen Verbindungen, die man kaum glauben mag.

Man hat also schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen, meinte mein alter Mathe-Lehrer. Er wollte mich loben, weil ich in Mathe einmal eine bessere Zensur geschrieben hatte als gewöhnlich.
Ein andere Lehrer im Fach Werken demotivierte unsere Befindlichkeiten, gute Zensuren zu schreiben sowie Respekt und Toleranz zu lernen mit dem Satz: „Dir ham se wohl Dumm-Bulver in‘ Gaffee geschüdded!“ Das klang auf sächsisch, als ob sich ein Eimer zähflüssige Gülle über einen ergoss.

Die Rebellion von Teilen meiner Generation von vor 1989 in der DDR lässt sich mit den Worten und den Bauchschmerzen, die angeblich Luther auf dem Reichstag in Worms 1521 gesagt und gefühlt haben soll:
„Hier stehe ich. Ich kann nicht anders!“, auf den Punkt bringen.
Genau wie Luther waren wir bereit, an eine bessere bzw. erlösende Zukunft zu glauben. Dies einte ihn und uns mit den Herrschenden. Mehr aber nicht. Gemeinsam in die Zukunft wollten wir nicht mit ihnen gehen.
Der amerikanische Komponist und Musiker Frank Zappa stellte 1984 in Zeiten des konservativen Präsidenten Ronald Reagan die rhetorische Frage „Them or Us“. Er ließ sich mit einem Koch-Handschuh ablichten. Offensichtlich wurden ihm Dinge zu heiß, um sie noch anzufassen bzw. sie im übertragenen Sinne auszusprechen. Wir, Frank Zappa und Martin Luther konnten diesen Weg nicht gemeinsam mit der Staatsmacht gehen. Das wäre unsere Selbstaufgabe gewesen. Wir hätten Reue zeigen und unseren Idealen abschwören müssen. Wir hätten mit dem Teufel, Ronald Reagan oder dem DDR-Staat paktieren müssen.

Wer sich nun fragt: „Was soll das?“, den möchte ich auf einen Artikel in der taz hinweisen.
(Unser ehemaliger Kollege Jörn gab mir netterweise diesen Hinweis.)
Darin werden die beiden Ostberliner Fußballvereine Union und BFC auf ihre Befindlichkeiten von früher bis heute abgeklopft. Heraus kommt ein tiefenscharfes Bild, wie unterschiedlich man sich als ostdeutscher Fußballfan, vielmehr als Ostdeutscher, fühlen kann. Der Glaube an einen erfolgreichen Fußball eint. Aber der Weg dahin und die Erinnerung an die bereits erwanderten Wege trennen rigoros. Während die einen bald 30 Jahre nach dem Ende der DDR immer noch mit museumsreifen oder verbotenen Fahnen und Parolen ihre Mannschaft nach vorne brüllen, beseelen sich die anderen an ihrer eigenen Nischen-Identität als Schwan im Fußball-Haifisch-Becken.
Im taz-Artikel werden die Befindlichkeiten auf der Zeitachse vor und nach 1989 feinjustiert. Der eine Verein versuchte in der DDR zu überleben in einer mehr oder weniger großen Nische. Hat dadurch Eigensinn bis heute bewahrt. Der andere Verein überlebte die DDR nur, weil er bis heute in einer demokratisch garantierten Nische die gute alte Zeit hochleben lassen kann und dazu ein Umfeld hat, das gerne an noch frühere Zeiten anknüpft.
Ob dies alle Fans beider Vereine so unterschreiben würden, weiß ich nicht. Sicher ist hier Vorsicht geboten. Am Beispiel der Eintracht aus Frankfurt, die neuerdings einen politischen linken Ruf genießt, kann zumindestens ich ganz andere Erlebnisse berichten. Aber nicht heute. Später.

Es gibt zwischen Union, Dynamo (nicht Dynamo Dresden) und mir durchaus Kreuzungen, an denen wir uns hätten treffen können. Nur sind wir in gegensätzliche Richtungen gegangen.

Um 1977 unternahm ich als 11jähriger ein Klassenausflug von meiner Heimatstadt Leipzig nach (Ost-)Berlin. Wir besichtigten so dies und das, was ich längst vergessen habe. Nur ein Foto ist übrig. Es zeigt im Stechschritt paradierende Soldaten vor der Alten Wache nicht weit vom unerreichbaren Brandenburger Tor Unter den Linden.

 

 


 

Bis vor kurzem dachte ich, diese Soldaten gehörten einer Einheit des Ministeriums für Staatssicherheit, dem Wachregiment „Feliks Dzierzynski“ an. Stimmte nicht. Es war das der Nationalen Volksarmee unterstellte Wachregiment Friedrich Engels. Ist auch egal. Mit 11 Jahren fand ich diese Stechschritt-Kanonade erinnerungswürdig. Also fotografierte ich. Wenige Jahre später war ich alt genug zu unterscheiden: Die oder Wir.
Der unwesentlich ältere Präsident von Union Berlin leistete sein Wehrdienst nicht in dieser Stechschritt-Einheit, sondern im der Stasi unterstellten Wachregiment „Feliks Dzierzynski“ ab. Im Interview mit 11Freunde 2011 begründet er diese Entscheidung mit der Ahnungslosigkeit seines jugendlichen Alters. Weiterhin erklärte er, dass er in seiner Heimat Berlin und nicht in einem anderen Teil der DDR die drei Jahre Armeezeit ableisten wollte. Schließlich war ihm nicht klar, dass er damit Teil der Stasi wurde, wie er überhaupt in dieser Zeit die Stasi nicht so wie nach der Wende, einzuschätzen in der Lage war. Das ist meiner Meinung nach übersetzt in unsere Zeit, als ob man gegen Waffenexporte demonstriert, aber bei Heckler & Koch das Sturmgewehr HK G36 montiert.
Im Wachregiment „Feliks Dzierzynski“ seinen Wehrdienst zu leisten (offizielle Sprachreglung), was umgangssprachlich „zur Asche gehen“ genannt wurde, war kein alltägliches „ein bißchen Geben und ein bißchen Nehmen“ mit der Staatsmacht. Dies war eine bewusste Entscheidung, den DDR-Staat mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Meine Meinung!
Beim BFC könnte man so etwas bis heute „abfeiern“. Denn dieser BFC war der Fußballklub der, massiv protegiert vom Staatsministerium für Staatssicherheit, jahrelang DDR-Fußball-Meister wurde. Bei Union, und speziell seinem Präsidenten, sieht man die „alten Geschichten“ als einen kleinen Teil seiner bzw. einer normalen DDR-Biographie.

Meine Geschichte ist eine andere.

Vorwärts und nicht vergessen!
oder
Das wussten doch alle! Nu’ hab’ dich nicht so!

 

Emotionale Abhängigkeit

Wenn man emotional abhängig von einer Person ist, meinte meine Frau letztens, dann könne man ebenso von Verliebtheit sprechen.

Mir ging es eher um meine emotionale Achterbahnfahrt mit der Eintracht. 

Ich klammerte mich immer mehr an sie. Mein Selbst verschwand. Ich wurde zur Eintracht. (Foto) Wie sollte ich ohne die Euro-League, schließlich ohne den Gewinn der Euro-League und nächste Saison ohne die Teilnahme mindestens an der Euro-League weiterleben können? (Foto)

Sollte ich nicht mehr montags und donnerstags als erstes den Kicker früh lesen, bei Auswärtsspielen in die Vowi gehen, bei Heimspielen die Jungs und Mädels beim Wurscht-Walter vor dem Waldstadion  treffen.

Kalt-Schweiß-Attacken -ich habe zu niedrigen Blutdruck-, Angst ohnmächtig zu werden und eine schreckliche Hilflosigkeit ergriffen mich.

So konnte es nicht weitergehen. Es fehlte nicht mehr viel, um mir die letzte Messe in der Waldstadion-Kapelle zu lesen und mich unter dem Rollrasen zu begraben.

Ich beschloß deshalb, weit weg vom Waldstadion nach Fechenheim (Foto) zu ziehen. Hier bin ich nah genug an den kleinen Eintrachten im Sportleistungszentrum Riederwald. Das sind ja für mich noch Kinder, über die ich mich freue oder auf die ich sauer bin. Entscheidend aber ist, ich sehe auf sie mit der Gelassenheit des Alters, wie vielleicht Gandalf auf Frodo in „Die Ringe des Herren“ und schreite ein in Not.

Dann habe ich nebenan den FSV. Da ist alles, wie früher, wie ganz früher, als es noch keine Elektroautos gab.

Von meiner Wohnung in Fechenheim kann ich übrigens auf den Sportplatz der Spvgg Fechenheim 03 schauen (Foto). Die Jungs, sie heißen Fabio, Luca oder Hassan, haben alle gepflegte Undercuts und ihre Hosen sind hochgekrempelt. Der Hausmeister steht auf seinen kurzen Beinen breitbeinig da, was ihn noch kleiner macht und hat anstatt einer Zigarette sein Handy am Wickel. Ein wenig riecht es nach Import/Export, wenn es riechen würde.

Wenn nun zwei emotional abhängig voneinander sind, dann kann man, laut meiner Frau von Verliebtheit sprechen.

Ein solches „Beispiel“ hat heute (Mittwoch, 15. Mai 2019) die Vowi für sich gebucht, nach ihrer Heirat (Foto). Deshalb ist die Kneipe heute geschlossen. Die Liebe hat heute reserviert. Nur wer liebt und geliebt wird, darf heute durch unsere Tür.

Spätestens am Samstag sehen wir uns alle um 15.30 Uhr zur Eintracht in emotionalster Verbundenheit wieder. Aber dann muß ich Emotionen…

Übrigens auf einem Foto ist ein perspektivischer Fehler jetzt in der Spargelzeit. Auf welchen?

 

 

Weihnachten ohne die Vowi

Wenn Du den Weihnachtsmann triffst, begleite ihn um die Ecke. Er ist der Osterhase.
(frei nach Linji Yixuan)

Die Schuhe des Osterhasen

Die Schuhe des Osterhasen

In der meditativen und nach innen gerichteten Zeit
vom 24., 25. und 26.12. 2018
hat die Kneipe zu.

Erst am 27.12. ist sie wieder ab 18.00 Uhr geöffnet. Vorher kann man in den Supermärkten die reduzierten Weihnachtssüßigkeiten kaufen, um Platz zu schaffen für die Osterhasen.

Nach der persönlichen Meditation in den drei Weihnachtstagen über die geschlossenen Rollläden der Vowi hilft YouTube. Die 79 Folgen der japanischen Serie „Kozure Okami“ (Der Samurai mit dem Kind) lassen die Schokoladenweihnachtsmänner, die wiedergefundenen Schokoladenosterhasen und den Rinderschmorbraten mit Klößen und Rotkraut weit hinter sich.

Hier erleben wir den Weg des ehemaligen Henkers der Regierung (Shogun). Mit seinem noch nicht schulpflichtigen Kind nimmt er Rache und sucht gleichzeitig nach Erlösung im Japan des 17. Jahrhunderts. Unser Held Itto Ogami, seinen Sohn Daigoro im selbstgebastelten Bollerwagen schiebend, durchwandert Japan, um als Auftragskiller den selbstgewählten Höllenpfad zwischen Leben und Tod zu gehen. Dabei verzieht der Wolf mit dem Kind bestenfalls in der ersten Folge sein Gesicht zu einem Lächeln. Die nächsten 78 Folgen hat er immer den gleichen, nicht zwinkernden Ausdruck im Gesicht. Wir sehen ihn kämpfend, den Wagen schiebend, oder er meditiert bzw. ruht im Lotussitz. In einer Folge trägt er seine Haare ausnahmsweise offen und kämpft, optisch wie ein Metalhead, nachdem man ihm seine Schlafstätte über Nacht angezündet hat und er sich, um nicht zu verbrennen, mit seinem Kind in den Boden eingegraben hat.

Der Bollerwagen des Samurai

Der Bollerwagen des Samurai

Der Serie basiert auf einem vielbändigen Manga. Beides muss in Japan in den 70er Jahren so bekannt wie in Deutschland die Lindenstraße, in Ostdeutschland zur Weihnachtszeit Pittiplatsch im Koboldland oder das Comic von den Abenteuern der Digedags „Mosaik“ gewesen sein.
Die Serie und noch mehr das Manga bringen dem europäisch geprägten Zuschauer und Leser das Japan nach dem Mittelalter bis zum Beginn der Moderne (17.- 19. Jahrhundert, benannt als Edo-Zeit) nahe. Eine fest sedimentierte Gesellschaft, In der mit bürokratischer Ordnung für Stabilität gesorgt wird. Eine Mischung aus Shintoismus, Buddhismus und Konfuzianismus prägen die religiösen Verhältnisse.

Samurai-Bembel aus Kyoto mit digitalen Roboter

Samurai-Bembel aus Kyoto mit digitalen Roboter

Unser Held gehört der Kaste der Samurai an. Sie bilden etwa 10 % der Gesamtbevölkerung. Sie alleine dürfen Waffen tragen und diese gegen jeden nutzen. Die Befriedung Japans hat den Samurai ihrer eigentlichen Arbeit – Krieg führen – beraubt. Somit haben sie Zeit, ihre diversen Kampftechniken und ihre geistige Haltung dazu (Bushido) zu verfeinern und aufzuschreiben. Die Geishas im Amüsierviertel von Edo (heute Tokyo) erhielten den Rest ihres spärlichen Salärs. Die Serie führt uns diese Gemengenlage vor und erklärt sie uns eindrücklich in einer sehr eigenen ästhetischen Sprache.

Frankfurter Samurai vor der Vowi

Frankfurter Samurai vor der Vowi

Kroatischer Samurei

Kroatischer Samurei

Auf Japanisch mit englischen Untertiteln:

Auf Deutsch:

Am 27.12. ist ab 18.00 geöffnet.